Die Kirche

Die Friedenskirche wurde 1926 gebaut.
Nachdem die ev.-ref. Gemeinde Osnabrück 1889 gegründet wurde und 1902 eine zweite Pfarrstelle zur Versorgung der Gemeinde eingerichtet worden war, erwarb die Gemeinde ein Grundstück in der Klöntrupstraße.

Zunächst sollte hier nur ein Pfarrhaus und ein Konfirmandensaal gebaut werden – es gab allerdings schon Pläne für eine zukünftige kleine Kirche auf dem Grundstück. Im Herbst 1908 waren Pfarrhaus und Konfirmandensaal fertiggestellt. Auf dieses Datum bezieht sich auch die Jahreszahl, die heute noch über dem Eingang sichtbar ist. Der vordere Teil der Friedenskirche war früher also der Konfirmandensaal.

Da diese Baumaßnahmen die Gemeinde in tiefe Schulden stürzten, wurde der Kapellenbauverein aufgelöst und zunächst keine Kirche auf dem Grundstück hinzugefügt.
In den Folgejahren wuchs die Gemeinde immer mehr und auch die Gemeindemitglieder im Schinkel wünschten sich einen Gottesdienstraum. So wurden 1914 die Baupläne für eine Predigtstätte in der Klöntrupstraße wieder aufgenommen. Während der Zeit des 1. Weltkrieges ließen sich diese jedoch nicht verwirklichen, sodass alle 14 Tage ein Predigtgottesdienst im Konfirmandensaal stattfand. In einer Kirchenratssitzung am 21. Januar 1918 wurde das Gebäude schließlich genau geplant: Es sollte eine Kirche sein mit Platz für 500 Menschen. In der Mitschrift dieser Sitzung heißt es : „Ein Turm, mag er auch zunächst abgedeckt werden, schein wünschenswert im Hinblick auf Luther- und Josefskirche […].“

Den Namen hat die Friedenskirche der Tatsache u.A. zu verdanken, dass ihre Längsachse parallel zu der Friedensstraße, die heute Bielefelder Straße heißt, verläuft. Zum anderen sollte der Name nach den Opfern des Krieges Hoffnung auf eine friedliche Zukunft ausdrücken. Gerade in Hinblick auf den wahren Frieden, sollte die Kirche zeigen, dass ihn nur die Gegenwart Gottes bringen kann.

Zunächst sollte die Kirche zum Gedächtnis an die Gefallenen dienen, deren Namen auf Tafeln festgehalten werden sollten.
Nach einer Geldsammlung anlässlich des 25jährigen Bestehens der Bergkirche, die endlich 8904 Mark betrug, schien der Traum von einer zweiten Kirchen nahe, wurde jedoch zerstört, durch die einsetzende Inflation.

Weitere Pläne zum Bau wurden 1924 laut, nachdem ein „dankbarer Freund der Gemeinde“ (ein lutherischer Gemüsehändler) viel Geld für dieses Projekt gespendet hatte. Da nun die Gedächtnistafeln für die Gefallenen schon in der Bergkirche ihren Platz gefunden hatten, war die einzige Vorgabe, die die Kirche erfüllen sollte, eine „einfache schlichte Predigtkirche“ zu sein.

Nach vielen Änderungen im Bauplan und weiteren Geldsammlungen begann der Bau der Friedenskirche nach der Grundsteinlegung am 16. März 1925. Das Richtfest erfolgte am 23. Juli 1925, fertig war der Kirchenbau jedoch erst im Oktober 1926, nachdem Gestühl, Emporen, Anstrich und Beleuchtung angebracht worden waren.
Das Osnabrücker Tageblatt schrieb darüber: „ Im Innern atmet alles Schlichtheit und freundliche Natürlichkeit, alles Prunkhafte ist streng vermieden, dagegen hat man offenbar alles getan, was den Wert einer Predigtkirche zu erhöhen vermag[…].“

Am 7. November 1926 wurde die Friedenskirche eingeweiht und damit begann ein reges Leben der Gemeinde in ihrer neuen Kirche: Konfirmandenunterricht, Gottesdienst und sogar Jugendarbeit eines Jungmädchenvereins sowie die Übungsstunden des Posaunenchores des CVJM fanden dort statt.

Leider wurde die Friedenskirche während des 2. Weltkrieges bei wiederholten Bombenangriffen stark beschädigt. Zwar bemühte sich die Gemeinde, die Schäden kurzfristig zu beheben, diese Arbeit wurde jedoch durch wiederholte Luftangriffe zunichte gemacht.
Im September 1947 war es dann möglich, ein Sitzungszimmer wiederherzustellen, das als Kirchenraum für 80 Leute reichte und in dem der Konfirmandenunterricht nach dem 21. Mai 1949 wieder stattfinden konnte. Damit alle Gemeindeglieder die Gelegenheit hatte, eine Predigt zu hören, wurde zu dieser Zeit der Gottesdienst manchmal mehrfach hintereinander gehalten. In den Folgejahren bemühten sich die Gemeindeglieder, die Kirche nach und nach wiederaufzubauen. Das dafür benötigte Geld kam einerseits durch Zuwendungen von der Landeskirche aber auch durch Sammlungen in der Gemeinde. Am 1. Advent des Jahres 1951 konnte die Friedenskirche wieder ihren gewohnten Dienst antreten. Aus dieser Zeit stammt auch der Schriftzug „Christus ist unser Friede“ über der Kanzel, der in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg in Latein und mit Ornamenten verziert angebracht worden war.

Seitdem wurden an dem Gebäude keine äußerlichen Veränderungen vorgenommen, lediglich das Innere hat sich in eine Jugendkirche gewandelt: Aus dem ehemaligen „Konfirmandensaal“ ist eine Taizé-Gebetsecke geworden, der Kirchenraum beherbergt eine Band und die Empore dient manchmal als Scheinwerferhalter. Aber der Kerngedanke, dass Mitglieder der Gemeinde ihren Ort für einen friedlichen Gottesdienst haben, ist geblieben.

 

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